Englischunterricht nur mit dem Lehrbuch kann niemals so anschaulich sein wie der direkte Kontakt zu Menschen, die aus erster Hand informieren und über ihre Erlebnisse berichten. So war der Besuch von Erik Hiege aus Konnefeld ein Highlight im Englischunterricht der Klasse R10a. Durch den vorangegangenen Unterricht war die Klasse schon gut über landeskundliche und geschichtliche Aspekte Südafrikas informiert. Einen tiefergehenden Einblick in das Leben dort erhielten die Schülerinnen und Schüler aber erst durch Eriks Besuch. Und dass dieser Besuch nachhaltig gewirkt hat, zeigt die Aktion der SV, die daraus entstanden ist …

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt im Rahmen des weltwärts Programmes deutsche Organisationen, welche in Kooperation mit lokalen Organisationen Jugendliche in die ganze Welt entsenden. 2017 war Erik einer der knapp 4000 Weltwärst-Freiwilligen. Über die deutsche Organisation Deutsch-Südafrikanisches Jugendwerk e.V. und die südafrikanische Organisation Madikwe Rural Devolopment Programme, führte es ihn in die ländlichen Gegend um den Ort Skuisdrift, circa 300 km nordwestlich von Johannesburg. Zusammen mit anderen Freiwilligen lebte und arbeitete er dort an unterschiedlichen Projekten zur Unterstützung und Entwicklung der einheimischen Bevölkerung ein Jahr lang. Sein großes handwerkliches Geschick konnte er gut einbringen, indem er z.B. neue Spielgeräte für die Kinder baute oder die Wasserversorgung für die Siedlung instand hielt. Darüber hinaus ist der interkulturelle Austausch sehr wichtig und führt zu einer positiven Entwicklung bei Parteien, denn am Ende sind es oft die Freiwilligen, die die größte Veränderung vollziehen.  

Die Schülerinnen und Schüler der R10a wurden auf den Besuch vorbereitet, indem sie Fragen und Kommentare zu Bildern formulierten, die Erik aus Südafrika geschickt hatte. Auf großen Plakaten formulierten sie –natürlich auf Englisch – ihre Fragen um die Bilder herum. Mit der Beantwortung der Fragen – natürlich auf Englisch – startete Erik seinen Erlebnisbericht. Die Menschen dort leben unter einfachsten Bedingungen, in Wellblechhütten, die Wasserversorgung ist nicht immer gesichert, eine warme Mahlzeit ist nicht selbstverständlich und dennoch sind sie glücklich. Erik zeigt Bilder von den strahlenden Gesichtern der Kinder, die mit einfachen Spielzeugen begeistert werden können oder von jungen Männern, die Fußballspielen, auf einem Spielfeld, dass als solches nicht gleich zu erkennen ist. Schuhe haben die wenigsten von ihnen an.

Die Schülerinnen und Schüler sind von dem Bericht wirklich bewegt. Sie erfahren, dass Erik Hiege sich nicht direkt nach dem Abitur für den Auslandsaufenthalt entschieden hat, um noch einmal die große weite Welt zu bereisen, bevor Studium und Beruf anstehen. Er hat bereits erfolgreich eine Ausbildung als Mechatroniker bei VW abgeschlossen und nach der Ausbildung auch schon ein Jahr lang dort gearbeitet. „Ich dachte, das kann nicht alles sein im Leben. Da muss es noch mehr geben“, sagt Erik. So hat er sich für den Freiwilligendienst entschlossen und diesen Schritt nicht bereut. Er ist direkt mit Armut konfrontiert worden und man merkt ihm an, dass er die Welt nun mit anderen Augen sieht. Inwieweit seine veränderte Einstellung zu verändertem Handeln führt, wird die Zukunft zeigen.

Die Schülerinnen und Schüler der R10a, unter ihnen einige engagierte SV-Mitglieder, beschließen, eine Sammelaktion für gebrauchte Sportsachen ins Leben zu rufen. Mittlerweile sind viele Kleidungsstücke abgegeben worden, es mangelt nur noch an Sportschuhen. Und falls jemand eine Idee oder sogar Beziehungen hat, die für den Transport der Sachen nützlich sein könnten, so kontaktieren Sie bitte das Sekretariat der Schule unter 05663/225 oder schreiben Sie uns eine Nachricht.