Am 7. Februar 2018 sind die Abgangsklassen H9, R10a, R10b und Gy10 der Burgsitzschule Spangenberg zu einer Besichtigung der Gedenkstätte Buchenwald aufgebrochen. Die Klassen und ihre Lehrer haben mit zwei Reisebussen die Schule verlassen und die zweieinhalbstündige Fahrt zu dem ehemaligen Konzentrationslager auf sich genommen. Die Fahrt fand im Rahmen des Geschichtsunterrichts statt, in dem bereits Filme über Zeitzeugen der Geschehnisse und Gespräche das Thema vorbereitet hatten.

Bei der Gedenkstätte angekommen, trafen die Klassen auf weitere Gruppen. Zusammen wurde ihnen ein Film über die Geschichte des KZ in einem Filmsaal vorgespielt. Durch den Film haben die Schülerinnen und Schüler einen ersten Eindruck davon bekommen, was in Buchenwald alles passiert ist und welche schrecklichen Zustände herrschten. Anschließend haben die Klassen eine Audiotour durchgeführt, bei der die Schülerinnen und Schüler das Gelände erkundet haben. Um 14.00 Uhr haben sich die Klassen wieder zusammengefunden und die Rückfahrt angetreten. Die Kosten für die Fahrt und die Besichtigung wurden komplett von dem Schulförderverein übernommen. Vielen Dank an dieser Stelle dafür!

Im Folgenden schildern einige Schülerinnen ihre Eindrücke des Exkursionstages.

(Paul W.)

„Ich denke, dass die Exkursion sehr wichtig war, da das Thema des Nationalsozialismus und die Aufklärung über die Verbrechen, die in der Zeit begangen wurden, nicht vergessen werden sollten. Eigentlich habe ich keine Ahnung, wie ich meine Gedanken und Gefühle über diesen Ausflug in Worte fassen soll. Ich war auf jeden Fall sehr schockiert. Dadurch, dass wir im Winter auf den Ettersberg gefahren sind, konnte ich zumindest ein wenig nachempfinden, wie sich die Gefangenen damals gefühlt haben mussten. Trotz meiner Winterjacke und den dicken Strümpfen habe ich gefroren und ich konnte mir dadurch ansatzweise klar machen, wie sehr die Insassen gefroren haben müssen. Als besonders bewegend und bedrückend habe ich die Stimmung im Krematorium empfunden. Meine Gedanken kreisten vor, während und auch nach der Exkursion noch häufig um den Grund dieser Verbrechen. Ich kann und konnte mir nicht vorstellen, warum man solche Gräueltaten überhaupt plant und dann auch noch durchführt. Die Nachbildung der Genickschussanlage hat mich ganz besonders auf diesen Gedanken gebracht. Ich konnte mich sehr gut in die Lage der Häftlinge einfühlen, denen eine richtige medizinische Untersuchung und Versorgung versprochen wurde und die dann durch einen Schuss ins Genick getötet wurden.

Insgesamt war ich sehr bedrückt und wusste teilweise nicht, was ich denken oder fühlen soll.“

(Alina K.)

„Es war schwer sich vorzustellen, was dort passiert ist, da vieles nur nachgestellt und nicht in der ursprünglichen Form vorhanden ist. Da Schnee lag, konnten wir die Umrisse der Baracken nicht erkennen, was ich auch schade fand. Aber als wir in das Museum mit den Bildern, die von den Zwangsarbeitern gemalt wurden, gegangen sind, konnte man es sich doch besser vorstellen.  Als ich mir die Zellen angeguckt habe, habe ich Angst gespürt. Auch als wir uns die Verbrennungsöfen angeschaut haben, fühlte ich mich nicht wohl. Dennoch fand ich es gut, dass man in der 10. Klasse so eine Exkursion macht, da an diesem Ort so viele Menschen ermordet wurden.“

(Michelle B.)

„Ich fand es im KZ Buchenwald sehr spannend. Es war schon was anderes, als man erwartet hätte, weil es schwer zu glauben ist, dass an einem eigentlich so schönen Ort solche Perversionen stattgefunden haben und so viele Menschen gestorben sind. Gerade bei den kleinen Gefängniszellen am Haupttor des Geländes hat man gemerkt, wie die Gefangenen in Zellen gequält wurden - psychisch und physisch. Man sah, wenn man reingeguckt hat, Gedenktafeln von Menschen, die dort gefoltert worden sind und auch starben. Danach waren wir am Krematorium. Das Erschreckende war, dass man als erstes in die Pathologie kam, wo den Leichen ihre Goldzähne und alles andere, was Wert hatte, entfernt worden war. Danach kam man in einen Flur, der zu den Öfen geführt hat. Ein Nebenraum des Flurs war zu sehen und in ihm sah man viele Urnen nebeneinander stehen. Diese Urnen wurden für die Asche der Toten benutzt. Um noch mehr Reichtum zu erlangen, benutzten die Nazis die Urnen und irgendwelche Asche von Toten, um diese den Familien zu verkaufen. Durch den Urnenraum habe ich mir einen Eindruck davon verschaffen können, wie geldgierig die Nazis waren und wie weit sie gegangen sind. Bei den Öfen war es auch etwas erschreckend, weil die vorhandenen Öfen alle original sind und keine Nachbildung. Danach kam man auf den Hof des Krematoriums, von dem man zuvor ein Bild sehen konnte, wie dieser voller Leichen ist. Wo man auch viele Perversionen mitbekommen hat, war in den Pferdeställen, in denen die Leute hinterlistig ermordet wurden. Am Ende hat man einen sehr guten Eindruck bekommen, als man in den Museen war. In dem ersten hat man Bilder von Insassen, während sie gefangen waren und nachdem sie befreit wurden, gesehen, welche sie selbst gemalt haben. Eines davon hat mich besonders mitgerissen. Und zwar steht darauf ,,Mein Kampf 5742 (Die Nummer des Insassen) - Ich habe überlebt K.S.“ In dem anderen Museum sah man viele Ausstellungsstücke aus der Zeit, in der Hitler an der Macht war. Im Großen und Ganzen fand ich es sehr interessant, aber auch krass.“

(Kaja S.)

„Die Exkursion in die Gedenkstätte Buchenwald hat bei mir einen sehr bedrückenden Eindruck hinterlassen. Als ich realisiert habe, dass wir gerade an einem Ort sind, wo etwa 56.000 Menschen gestorben sind, konnte ich es erst nicht glauben. Aber durch die Besichtigung  der verschiedenen Ausstellungen wurde es mir immer mehr bewusst, was sich hier Schreckliches ereignet hat.“

(Sarah J.)

„Der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald war generell sehr interessant und auch wichtig, wie ich finde. Während ich über das mit Schnee bedeckte Gelände gelaufen bin, hat es ein komisches Gefühl in mir ausgelöst, weil mir erstmals richtig bewusst geworden ist, dass auf dem gleichen Boden bereits mehrere tausende Unschuldige grausam getötet wurden. Meine Stimmung war sehr bedrückt und nachdenklich. Ich habe mich ständig gefragt, warum „Menschen“ anderen ihrer Art so viel Leid zur puren Belustigung zugefügt haben. Sehr bewegend fand ich die Kunstausstellung im ehemaligen Desinfektionsgebäude, in dem Bilder und Kunstwerke von Häftlingen ausgestellt sind, die die Lebensumstände und den Alltag aus Sicht der Inhaftierten darstellten. Auch sehr schlimm war die nachgebildete Genickschussanlage. Ich habe über die Eindrücke noch den restlichen Tag nachgedacht und war froh, dass die nationalsozialistische Zeit vorbei ist und hoffentlich nie wieder solche oder ähnliche Umstände zustande kommen werden.“

(Sophie K.)

„Eine Exkursion, die meiner Meinung nach sehr informativ und wichtig war. Ich denke, dass sie wichtig war, weil man sich trotz der Filme über das KZ Buchenwald nicht richtig vorstellen konnte, unter welchen Umständen die Menschen dort leben mussten. Gerade als ich die Größe der Pferdeställe sah (die Umrisse), hatte ich erst richtig eine Vorstellung davon, wie die Menschen dort in extremer Enge und mit Hunger schlafen mussten. Ich hatte sehr viel Respekt vor der Exkursion, weil die Schandtaten der Nazis einer der schlimmsten Teile der Geschichte sind. Als ich über den Platz vor dem Krematorium gegangen bin, hatte ich ein ungutes Gefühl. Ich fand die Informationen, die man dort erhalten hat, sehr interessant, aber ich war in dem Moment auch sehr abgelenkt und hatte ständig den Gedanken im Kopf, dass an diesem Ort viele Menschen umgekommen und unmenschliche Taten passiert sind. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es eine sehr informative Exkursion war, sie aber auch sehr bewegend und emotional war.“

(Nala J.)